Paraphrasieren Valéry
Ode vom Gewinn
- Mai 2005
Paul Valéry hat ein Gedicht über die Liebe verfasst, zu seiner Zeit. Rechts das Original, links die gleiche Dichtung, paraphrasiert.
Gewinn ist nichts, das nicht bis ins Äußerste wächst. Wachsen ist seine Gesetz, er stirbt, wenn er gleich bleibt, und stirbt in dem, der nur für sich lebt. Lebend von stets unerfüllter Sehnsucht, Baum des Gewinns mit Wurzeln aus Fleisch, du lebst, um im höchsten Leben zu leben, du lebst von allem, vom Zarten und vom Bitteren, und noch besser vom Unrecht als vom Zarten. Baum des Gewinns, der unaufhörlich über unsere Schwächen eine seltsame Kraft ausbreitet: Tausend Momente, die deine Seele bewahrt, sind für dich Blätter und Lichtpfeile. Und während an den Grenzen der Grausamkeit unter dem Schwert deine Ordnung sich festigt, trinkt dieselbe Sehnsucht, die immer tiefer wächst, aus der Dunkelheit an der Quelle der Tränen.
Liebe ist nichts, das nicht bis ins Äußerste wächst. Wachsen ist ihre Gesetz, sie stirbt, wenn sie gleich bleibt, und stirbt in dem, der nicht um der Liebe willen stirbt. Lebend von stets unerfüllter Sehnsucht, Baum in der Seele mit Wurzeln aus Fleisch, er lebt, um im höchsten Leben zu leben, er lebt von allem, vom Zarten und vom Bitteren, und noch besser vom Grausamen als vom Zarten. Großer Baum der Liebe, der unaufhörlich in meiner Schwäche eine seltsame Kraft ausbreitet: Tausend Momente, die meine Seele bewahrt, sind für dich Blätter und Lichtpfeile. Und während im Licht des Glücks im Gold des Tages dein Glück erglänzt, trinkt dieselbe Sehnsucht, die immer tiefer wächst, aus der Dunkelheit an der Quelle der Tränen.
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